Besuch in der Feininger-Galerie

Gestaltungstechnische Assistenten erlernen künstlerische Techniken

Am 04.11.14 besuchten wir, die Klasse GAS G14, zum ersten Mal die Feininger-Galerie mit unserer Lehrerin Frau Jacobs, um mehr über verschiedene Druckverfahren zu lernen sie zu praktizieren. Empfangen wurden wir von Frau Fischer, welche uns freundlich begrüßte.

Als erstes beschäftigten wir uns mit Hochdruckverfahren. Dabei handelt es sich um eine Methode, bei der das zu druckende Element aus Flächen und Linien besteht, die auf einer höheren Ebene liegen, sodass nur diese mit Farbe bestrichen und anschließend gedruckt werden. 

Die erste Technik war der Holzschnitt, wobei aus einem hölzernen Block Teile reliefartig herausgeschnitten werden, wodurch die daraus resultierenden Vertiefungen später nicht gedruckt werden – somit ergibt sich das Bild.

Bevor wir jedoch anfangen durften dieses Verfahren selbst auszuprobieren, sahen wir uns zunächst in einem anderen Teil der Galerie einige Bilder von dem Künstler Lyonel Charles Adrian Feininger in der Dauerausstellung an, um uns einen Überblick über dessen Bilder, insbesondere seiner Holzschnitte, zu verschaffen. Dies sollte uns helfen, kreativer zu sein und leichter Ideen zu finden. Natürlich lernten wir in dieser Ausstellung aber auch etwas über Feininger selbst, dem das Museum seinen Namen verdankt.

Anschließend hielten wir unsere ersten Ideen auf Papier fest. Das fiel nicht jedem leicht, schließlich lässt sich nicht jede gute Idee in dieser Technik darstellen, weshalb manches noch mehrmals geändert werden musste. Hatte man jedoch seine Idee fertig durchdacht, so durfte man mit einer Holzplatte und dem nötigen Werkzeug – wie beispielsweise einem Konturmesser und einem Hohleisen – loslegen.

Anfangs hatten die meisten natürlich ihre Schwierigkeiten. Entweder benutzte man nötigen Instrumente mit zu wenig Kraft, wodurch man nur sehr schwer vorankam, da man mehrmals über ein und dieselbe Stelle drüber gehen musste, oder man rutschte durch zu viel Kraft ab, weshalb Linien entstanden, die man eigentlich nicht dort haben wollte. Ein weiteres Problem stellte für einige von uns aber auch der Winkel dar, mit dem man das Werkzeug auf der Holzplatte ansetzt.

Hatte man diese anfänglichen Schwierigkeiten allerdings überwunden und verstanden, dass es das Beste ist, sein Arbeitsgerät flach anzusetzen und zu schieben, ging alles sehr leicht von der Hand, obwohl man trotz allem immer noch die nötige Geduld haben musste.

Mit den fertiegen Holzschnitt-Formen ging es zum Druck. Vorsichtig wurde auf die Holzplatte Farbe mit einer Walze auftragen, was viel leichter von der Hand ging, als erwartet. Genauso wie das Pressen selbst, bei dem man lediglich ein Blatt Papier und den mit Farbe bestrichenen Holzblock zwischen zwei Bretter legen musste, die man durch das bloße nach unten Drücken des Hebels aufeinander presste. Das durften wir sooft wiederholen, bis wir mit unserem Druck vollkommen zufrieden waren, sprich, die Farbe zum Beispiel gleichmäßig aufgetragen war.

Am Ende dieses ersten Tages besprachen wir noch kurz unsere Bilder und besahen uns die der anderen Schüler.

Unser zweiter Besuch fand eine Woche später am 12.11.14 statt. Dieses Mal stellte uns Frau Fischer die Aufgabe drei Bilder zu kreieren, die wir jedoch nicht durch das Abtragen, sondern durch das Auftragen von Materialien auf einer Unterlage erstellen sollten, welches ein viel einfacheres Unterfangen darstellt, als das Abtragen. Unsere erste Aufgabe war es, ein Gesicht lediglich mit normaler, sowie geriffelter Pappe und Luftpolsterfolie, die wir selbstverständlich passend zuschneiden durften, zu gestalten. Die fertig zerschnittenen Materialien befestigten wir anschließend mit handelsüblichen Bastelkleber oder Klebestreifen auf der Unterlage und fuhren mit dem gleichen restlichen Druckverfahren wie beim letzten Mal fort.

Die, die mit dem ersten Druck fertig waren, gingen gleich zu der nächsten Aufgabe über. Hierbei durften wir alle Materialien benutzen. Angefangen mit Pappe über Orangennetze bis hin zu Federn war alles dabei, um das Gesicht eines Monsters gestalten zu können, was mit am meisten Spaß machte.

Im Anschluss daran sollten wir eigentlich ein weiteres Gesicht nur aus Schnüren gestalten, jedoch war die Zeit schon recht knapp. So gingen einige zur letzten Aufgabe über, laut der man sein eigenes Gesicht mit einem langen, biegsamen Draht wiedergeben sollten. Einige Ergebnisse dieser Technik kann man in der Bildfolge sehen.

Somit endete auch unser zweiter Tag in dieser Galerie. Uns hat dieser Kurs gezeigt: Mit einer guten Idee und etwas handwerklichem Geschick können unter guter Anleitung mit relativ geringem Aufwand recht ansehnliche Werke entstehen.

Wir danken herzlich der Museumspädagogin Frau Annette Fischer und dem Maler, Grafiker und Bildhauer Herrn Bernd Papke für die Betreuung dieses Exkurses.

Klasse BFS GASG14