Eindrucksvolle Begegnungen mit Zeitzeugen-Nachkommen im Beruflichen Gymnasium
Am 10. April 2026 fanden bei uns im Beruflichen Gymnasium die „Tage der Begegnung“ statt. 18 Gäste aus verschiedenen Nationen besuchten unsere Schule und berichteten von dem Schicksal ihrer Angehörigen, die im Konzentrationslager Langenstein-Zwieberge inhaftiert waren. Der Besuch wurde zu einem besonders bewegenden und nachhaltigen Erlebnis für unsere Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse.
Intensive Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler
Bereits Wochen vor dem Besuch hatten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema auseinandergesetzt. Im Rahmen des Unterrichts erarbeiteten sie Biografien einzelner Häftlinge des KZ Langenstein-Zwieberge – einem Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald, das sich in unmittelbarer Nähe unserer Region befand.
Die Jugendlichen recherchierten Lebensläufe, Schicksale und persönliche Hintergründe der Inhaftierten, formulierten Fragen und setzten sich kritisch mit den Mechanismen von Unterdrückung, Zwangsarbeit und dem nationalsozialistischen Terror auseinander. Diese gründliche Vorbereitung schuf die Grundlage für echte, tief gehende Gespräche.
Authentische Begegnungen und bewegende Gespräche
Die Gäste – Nachkommen und Angehörige ehemaliger Häftlinge aus mehreren europäischen Ländern – erzählten offen und persönlich von den Lebensgeschichten ihrer Väter, Großväter oder anderen Familienmitgliedern. Sie berichteten von Verfolgung, Leid, aber auch von Überleben, Widerstand und den langfristigen Folgen für die Familien.
Die Schülerinnen und Schüler hörten aufmerksam zu, stellten ihre vorbereiteten Fragen und führten intensive Dialoge. Viele Gespräche gingen weit über das rein Historische hinaus und berührten Themen wie Menschlichkeit, Verantwortung, Demokratie und die Bedeutung von Erinnerung in der Gegenwart. Die Atmosphäre war geprägt von großem Respekt, Ernsthaftigkeit und einer spürbaren emotionalen Betroffenheit auf beiden Seiten.
Nachhaltige Wirkung
Viele Teilnehmende äußerten anschließend, dass der direkte Kontakt mit den Nachkommen der Opfer das Thema Nationalsozialismus und Holocaust für sie greifbarer und emotional nachvollziehbarer gemacht habe als jede herkömmliche Unterrichtsstunde. Die Begegnungen zeigten eindrucksvoll, dass Geschichte keine abstrakte Vergangenheit ist, sondern bis heute in Familien und Gesellschaften nachwirkt. Wir danken der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge und allen Gästen und sehr herzlich für ihren Besuch. Ihr Kommen hat unseren Schülerinnen und Schülern ein starkes Zeichen für die Bedeutung von Erinnerung, Aufklärung und Zivilcourage gegeben.
Solche Tage der Begegnung sind ein zentraler Bestandteil unserer Bildungsarbeit am Beruflichen Gymnasium. Sie helfen jungen Menschen, historisches Bewusstsein zu entwickeln und Verantwortung für die Zukunft unserer demokratischen Gesellschaft zu übernehmen.
Elfi Melcher




